Adrian Vielsack | 4 min
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Zu Besuch auf der Smart Country Convention 2025

Die Smart Country Convention 2025 zeigte eindrucksvoll, wie stark Open Source in Städten und Kommunen angekommen ist. Mit dem Open City Manager präsentierten wir gemeinsam mit Wolfsburg praxisnahe Digitalisierung, gelebte Zusammenarbeit und den Fortschritt digitaler Souveränität in der kommunalen Verwaltung.

Mit dem Open City Manager im Gepäck auf die Messe

Vergangene Woche war es soweit: die Smart Country Convention in Berlin lockte Kommunen, Unternehmen und Open Source Begeisterte gleichermaßen in die Hauptstadt.

Die Stadt Wolfsburg war mit einem eigenen Messestand vertreten und stellte dort unser gemeinsames Open Source Projekt, den Open City Manager (OCM), vor. Auch unsere Kollegen Peter und Adrian nutzten die Gelegenheit, die Messe und den Stand der Wolfsburger Kollegen zu besuchen.

Besonders gefreut haben wir uns über den persönlichen Austausch mit Jacqueline und Jan sowie das gemeinsame Gruppenfoto – ein schönes Symbol für die enge Zusammenarbeit.

Gruppenfoto mit den Kollegen der Stadt Wolfsburg

Wolfsburg goes Open Source mit dem Open City Manager

Bevor wir in die Eindrücke der Messe eintauchen, ein kurzer Blick auf das gemeinsame Projekt: Der Open City Manager ( OCM) ist eine Open Source Lösung, mit der Städte und Kommunen ihre Geo-Objekte einfach und transparent verwalten können – Straßenschilder, Baumbestände, Spielgeräte oder andere Elemente der städtischen Infrastruktur. Einen ausführlichen Einblick in unseren Showcase gibt es in unserem Blog.

Messeeindrücke mit technischem Tiefgang

Dass Wolfsburg den OCM einsetzt und im Rahmen eines Modellprojekts der Smart City öffentlich präsentierte, macht uns besonders stolz. Durch die Entwicklung und den Betrieb des Open City Managers war unser Blick auf die Messe daher besonders praxisnah und wir konnten viele Themen nicht nur theoretisch, sondern aus unmittelbarer Projekterfahrung bewerten:

  • Wir kennen die technischen Herausforderungen (insbesondere mit Nutzern, Datenvolumen, mobilen Schnittstellen, Datenexport etc.)
  • Wir wissen, wie wichtig Open Source Prinzipien wie Transparenz, Erweiterbarkeit und Kosteneffizienz sind – gerade für Kommunalsoftware
  • Wir haben ein direktes Interesse daran, wie Städte und Kommunen solche Lösungen zu implementieren und weiterzuentwickeln

Es war spannend zu sehen, wie die Lösung das Vertrauen der Stadt gewonnen hat und wie offen die Nutzer und Entscheider gegenüber weiteren Erweiterungen sind. Die Zahl von 2.257 Spielgeräten, 52.622 Inspektionen und 49 aktiven Nutzern zeigt außerdem, wie stark das System bereits im Einsatz ist.

Open Source auf dem Vormarsch

Nicht nur Buzzword, sondern politische und technische Strategie: Auf der Messe wurde deutlich, dass Open Source mehr als ein angenehmer Trend ist und bereits Teil eines digitalen Paradigmenwechsels.

Viele Städte zeigten oder suchten explizit Lösungen, die frei erweiterbar, interoperabel und unabhängig von Vendor-Lock-in sind. Die Anwesenheit von Delegationen aus europäischen Metropolen und Kommunen (z. B. aus Prag, Lettland etc.) unterstrich: das Thema ist international, nicht lokal.

Anwendungen reichten über Infrastruktur hinaus: Datenplattformen, E-Government-Tools, Meeting- und Kollaborationssoftware, KI-Anwendungen etc. – oft mit Open-Source-Kernelementen.

Für uns als Entwickler bedeutet das: Potenzial für Integration, Vernetzung und Kompatibilität mit anderen Open Source Systemen – jenseits von Silos.

Konkrete Tools und spannende Begegnungen

Die Messe bot weiterhin Gelegenheit für gutes Networking und spannende technisches Einblicke:

  • PwC’s Chatbot-Ansatz auf Basis eigener Daten (ohne KI-Training) war ein interessantes Minimalmodell: Funktionalität statt „Black-Box-KI“
  • OpenTalk (über Opencloud) als Meeting-Lösung war ein Gesprächsthema, das wir auf dem Radar behalten sollten – vor allem als Alternative zu etablierten Tools
  • OpenDesk, Formcentric, Cloud&Heat und STACKIT lieferten ergänzende Tools und Infrastrukturansätze, mit denen sich ein Ökosystem verbinden lässt

Viele Gespräche lieferten hierbei einen für uns interessanten Austausch: Welche APIs, welches Datenmodell, welche Sicherheitsanforderungen, welche Integration mit GIS-Systemen?

Bildverarbeitung, Smart City & KI

Auch wenn Open Source die Messe dominierte, war das Thema Künstliche Intelligenz weiterhin sehr präsent – besonders im Bereich der Bilderkennung in Kombination mit räumlichen Daten oder Sensordaten zur Objekterkennung oder Inspektionsautomatisierung.

Interessant, aber nicht überraschend war, dass einige Anbieter KI besonders prominent inszenierten – teils als Marketing-Hype, teils mit echten Use-Cases. Unser Anspruch ist: prüfen, was technisch wirklich einen Mehrwert durch KI schafft und nicht nur was technisch trendy ist.

Mit dem OCM in die digitale Zukunft

Die Smart Country Convention war für uns ein tolles Event für Erfahrungsaustausch und Ausblick und wir nehmen mit, wie wichtig technischer Pragmatismus, Vertrauen und Nachhaltigkeit sind. Mit dem Open City Manager sind wir mittendrin und wir freuen uns darauf, mit Städten, Partnern und der Open Source Community weiter zu wachsen, zu lernen und gemeinsam smarte, transparente, nachhaltige Systeme zu schaffen.