
Open City Manager – Open-Source-Software in Städten und Kommunen
Open City Manager – Open-Source-Software in Städten und Kommunen
Digitale Verwaltung kommunaler Aufgaben
Gemeinsam mit der Stadt Wolfsburg gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung: Mit dem Open City Manager (OCM) wurde eine moderne Open-Source-Lösung entwickelt, die das Management städtischer Geo-Objekte effizient unterstützt. Der Open City Manager (OCM) ist eine freie Software, die auf der Plattform openCode bereitgestellt wird und somit auch anderen Kommunen zur Verfügung steht. Ziel des Projekts war es, die Erfassung, Verwaltung und Inspektion von Geo-Objekten wie bspw. Grünflächen, Verkehrszeichen oder Spielplätzen digital abzubilden.
Sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innendienst als auch im Außendienst können Geo-Objekte inventarisieren. Während der Innendienst vor allem die zentrale Erfassung und Pflege übernimmt, ermöglicht die Anwendung dem Außendienst, Objekte über die aktuelle GPS-Position aufzunehmen. Zusätzlich können regelmäßige Sicht- und Funktionskontrollen durchgeführt und die Ergebnisse unmittelbar dokumentiert und verarbeitet werden – effizient, transparent und ohne Medienbrüche.
Umsetzung mit moderner Technologie
Die Anwendung wurde als Progressive Web Application (PWA) konzipiert, um eine geräteunabhängige Nutzung zu gewährleisten. Die technische Basis des Open City Managers setzt auf einen modernen, offenen Technologie-Stack, der Stabilität, Skalierbarkeit und Barrierefreiheit vereint:
- Backend: Go-Lang
- Frontend: React mit Material UI (MUI) für Barrierefreiheit nach BITV 2.0/ARIA
- Datenbank: PostgreSQL
- Dokumenten- und Bildspeicher: SeaweedFS (ein schnelles, verteiltes Speichersystem)
Ein besonderes Augenmerk lag außerdem auf Nutzerfreundlichkeit und Flexibilität. Über eine interaktive Karte lassen sich Geo-Objekte wie Spielgeräte, Bäume oder Verkehrszeichen erfassen – wahlweise durch Polygone bei Objektgruppen oder Punkte bei Objekten. Von Beginn an wurde die Software so konzipiert, dass sie leicht um weitere Geo-Objekt-Typen erweitert werden kann. Dieser modulare Ansatz schafft die Basis für eine zukunftsfähige Plattform, die künftig individuell angepasst und erweitert werden kann.
Für die Praxis besonders relevant: Auch ohne Internetverbindung können Außendienstmitarbeiter wie bspw. Spielplatzkontrolleure Daten erfassen. Die Offlinefähigkeit sorgt dafür, dass Ergebnisse später synchronisiert werden, sobald eine Verbindung verfügbar ist.
Entwicklung und Betrieb
Der Open City Manager wurde von Anfang an mit Blick auf einen stabilen und nachhaltigen Betrieb entwickelt. Die Anwendung läuft containerbasiert und kann flexibel sowohl lokal als auch in der Cloud betrieben werden. Über automatisierte CI/CD-Pipelines werden neue Versionen zuverlässig erstellt, getestet und auf Sicherheitslücken überprüft, bevor sie ausgerollt werden.
Für die Bereitstellung und Pflege der Infrastruktur kommen bewährte Automatisierungswerkzeuge wie Ansible oder SaltStack zum Einsatz. Damit ist gewährleistet, dass Installationen jederzeit reproduzierbar, effizient und fehlerarm erfolgen.
Ein integriertes Monitoring über Prometheus sorgt für volle Transparenz über den Zustand und die Leistungsfähigkeit der Anwendung. So können Störungen frühzeitig erkannt und behoben werden, bevor sie im Betrieb zu Problemen führen.
Das Ergebnis ist eine Betriebsumgebung, die sicher, skalierbar und zukunftsfähig ist und den besonderen Anforderungen kommunaler Verwaltung zuverlässig gerecht wird.
Agiles Vorgehensmodell
Die Entwicklung des Open City Managers erfolgte nach einem agilen Vorgehen, das Transparenz und enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wolfsburg sicherstellte. Anforderungen wurden in User Stories übersetzt, in Sprints umgesetzt und regelmäßig mit den Verantwortlichen abgestimmt.
Durch diese iterative Arbeitsweise konnten Funktionen früh getestet, Rückmeldungen direkt eingearbeitet und Prioritäten flexibel angepasst werden. So entstand eine Lösung, die nicht nur technisch zuverlässig ist, sondern auch die praktischen Anforderungen der Verwaltung bestmöglich erfüllt.
Das Ergebnis: ein klar nachvollziehbarer Entwicklungsprozess, der Risiken reduziert, die Qualität steigert und jederzeit Planbarkeit gewährleistet.
Open Source First
Ein zentraler Leitgedanke des Projekts war der konsequente Einsatz von Open-Source-Technologien. So profitiert die Stadt Wolfsburg von offenen Schnittstellen, rechtlicher Klarheit durch kompatible Lizenzen und einer Lösung, die unabhängig von einzelnen Herstellern betrieben und weiterentwickelt werden kann.
Der Quellcode des Open City Managers ist auf der Plattform openCode veröffentlicht und steht damit auch anderen Kommunen zur Verfügung – ein echter Beitrag zu Transparenz, Wiederverwendbarkeit und nachhaltiger Digitalisierung im öffentlichen Sektor.
Mehrwert für die Stadt Wolfsburg
Mit dem Open City Manager hat die Stadt Wolfsburg ein System erhalten, das weit über eine reine Inventarliste hinausgeht. Die Lösung ermöglicht effiziente Inspektionen und Wartungen, eine zentrale und transparente Dokumentation sowie die flexible Erweiterung um neue Objekttypen.
Für die Mitarbeitenden bedeutet das: weniger Papier, weniger Abstimmungsaufwand und jederzeit aktuelle Informationen – egal ob im Büro oder im Außendienst. Für die Stadt selbst entsteht eine effizientere, transparentere und nachhaltigere Verwaltung, die Entscheidungen auf einer belastbaren Datengrundlage ermöglicht und gleichzeitig zukunftssicher aufgestellt ist.

Mit dem Open City Manager zeigt sich, wie sich durch den Einsatz moderner Open-Source-Technologien kommunale Verwaltung praxisnah digitalisieren lässt. So entsteht nicht nur eine Lösung für die Stadt Wolfsburg, sondern ein Werkzeug, das auch anderen Kommunen offensteht – und damit ein Beispiel für nachhaltige Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung.
