Sabrina Maniera | 5 min
BlogOpen City Manager

Abschluss des Modellprojekts „Smart City“ in Wolfsburg

Am 19. März 2026 wurde in Wolfsburg der Abschluss des Modellprojekts „Smart City“ gefeiert. Zwei unserer Kollegen waren auf Einladung vor Ort dabei, denn mit dem Open City Manager haben wir eine der Lösungen mitentwickelt, die im Rahmen des Projekts entstanden und weitergeführt werden.

Die Stadt Wolfsburg war Gastgeber der Abschlussveranstaltung des Modellprojekts „Smart City“. In der Markthalle kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik, Projektteams und Öffentlichkeit zusammen, um auf die vergangenen Jahre zurückzublicken und die Ergebnisse des Förderzeitraums zu präsentieren. Zwei unserer Kollegen waren auf Einladung ebenfalls vor Ort dabei, da wir den Open City Manager (OCM) mitentwickelt haben und auch in seiner Weiterentwicklung weiterhin mitwirken werden.

Rückblick auf mehrere Jahre Smart-City-Arbeit

Die Abschlussveranstaltung markierte den Schlusspunkt eines umfangreichen Förderprojekts im Rahmen von „Smart City“, das in Wolfsburg zahlreiche digitale Vorhaben angestoßen hat.

Insgesamt wurden zwölf Projekte umgesetzt, die unterschiedliche Bereiche der Stadtentwicklung adressieren. Dazu zählen unter anderem:

  • Open City Manager (OCM): Eine Open-Source-Lösung zur effizienten Verwaltung und digitalen Abbildung von Geo-Objekten (z. B. Grünflächen, Bäume, Verkehrszeichen und Spielplätze) und zur Optimierung der damit verbundenen Prozesse im Innen- und Außendienst von Städten und Kommunen.

  • Parkleitsystem: Entwicklung eines digitalen Parkleitsystems, das mithilfe von Daten den Parksuchverkehr steuert, Parkplätze besser auslastet und die Verkehrsbelastung reduziert.

  • Wolfsburg-App: Die Wolfsburg-App hat das Ziel, den Nutzenden den Alltag zu erleichtern, Zeit zu sparen und als Bindeglied zwischen Stadtverwaltung und Bürgerschaft zu dienen. Dazu bündelt die App stadtbezogene Dienste wie beispielsweise das Online-Rathaus, die Handyparken-Funktion oder den Mängelmelder.

  • Digitaler Zwilling: Der digitale Zwilling von Wolfsburg bildet die Stadt virtuell ab und ermöglicht es, stadtplanerische Maßnahmen mithilfe von Daten, Simulationen und Analysen besser zu verstehen, zu testen und effizient umzusetzen.

  • Data Warehouse: Das Data Warehouse bündelt städtische und externe Daten zentral, bereitet sie auf und stellt sie über Dashboards und das öffentliche Portal WOKS für transparente, datenbasierte Entscheidungen in Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft bereit.

  • Mobilitätsstationen: Die mobiSTATIONEN bündeln verschiedene Mobilitätsangebote an zentralen Standorten in Wolfsburg und erleichtern so den schnellen und komfortablen Umstieg zwischen Verkehrsmitteln.

  • Mobilitätslabor: Mobilitätslabor Fallersleben werden digitale Technologien und Sensoren im Realbetrieb eingesetzt, um Verkehrs- und Mobilitätsdaten zu erfassen und so fundierte, datenbasierte Entscheidungen für die Stadtplanung zu ermöglichen.

  • Mein Wolfsburg: „Mein Wolfsburg“ ist eine digitale Plattform, die Bürgerbeteiligung, Ehrenamt und Stadtinformationen bündelt und es ermöglicht, sich aktiv an der Stadtentwicklung zu beteiligen sowie Anliegen direkt zu melden.

  • Wolfsburger Lupe: Die Wolfsburger Lupe bündelt Bildungs- und Beratungsangebote zentral auf einer digitalen Plattform, sodass Bürger*innen schnell passende Angebote finden und Anbieter ihre Leistungen sichtbar machen können.

  • Resilientes Wolfsburg: Aufbau eins digitalen Klimazwillings, mit dessen Hilfe klimarelevante Fragestellungen datenbasiert beantworten werden können.

  • Smart Parking: Mit Smart Parking wird der Parkraum in Wolfsburg durch Sensoren und Datenanalyse intelligent erfasst und visualisiert, sodass freie Parkplätze schneller gefunden, der Verkehr reduziert und Emissionen gesenkt werden.

  • Library Lab: Das Library Lab ermöglicht Bürger*innen einen niedrigschwelligen Zugang zur digitalen Welt und fördert durch Workshops und Veranstaltungen spielerisch Medienkompetenz für alle Altersgruppen.

Deutlich wurde dabei auch: Die Projekte enden zwar formal zum 31. März 2026, die entwickelten Lösungen bleiben Wolfsburg aber erhalten. Alle Projekte werden von der Stadt im neuen Geschäftsbereich Smart City und IT-Services weitergeführt.

Die Abschlussveranstaltung in der Markthalle

Die Veranstaltung fand in der Markthalle Wolfsburg statt, der Einlass begann bereits um 15:30 Uhr. Inhaltlich bot der Nachmittag einen kompakten Überblick über das Gesamtprojekt und seine Ergebnisse. Zum Auftakt wurde das Modellprojekt in verschiedenen Redebeiträgen eingeordnet. Mit dabei waren Oberbürgermeister Dennis Weilmann, Dr. Sascha Hemmen als Leiter des Geschäftsbereichs Smart City und IT-Services sowie Jens Freudenberg als Ansprechpartner für das Modellprojekt auf Bundesebene.

Anschließend wurden alle Projekte in kurzen Elevator Pitches vorgestellt. Das Publikum konnte danach abstimmen, welche drei Vorhaben ausführlicher präsentiert werden sollten. Die Wahl fiel auf das Data Warehouse, Smart Parking und die Wolfsburg-App. Alle weiteren Projekte wurden im Rahmen der begleitenden Ausstellung detaillierter vorgestellt.

Open City Manager: Unser Beitrag zum Projekt

Für uns war die Einladung nach Wolfsburg besonders schön, weil der Open City Manager Teil dieser Gesamtentwicklung ist. Mit dem OCM ist eine offene kommunale Lösung entstanden, die zeigt, wie digitale Werkzeuge in der Verwaltung konkret unterstützen können. Der Open City Manager steht für einen praxisnahen Ansatz: Software nicht als isolierte Einzellösung zu denken, sondern als flexible, offene Grundlage für kommunale Anwendungen. Genau dieser Ansatz war auch bei der Veranstaltung spürbar.

Viele der gezeigten Projekte hatten das gemeinsame Ziel, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen, Daten besser nutzbar zu machen und digitale Angebote für Bürgerinnen und Bürger auszubauen. Dass wir mit unserer Arbeit Teil dieses Programms sein konnten, freut uns sehr. Der Termin in Wolfsburg war für uns deshalb nicht nur ein Rückblick auf ein erfolgreich abgeschlossenes Modellprojekt, sondern auch ein Zeichen dafür, dass offene und nachnutzbare Software in Kommunen weiter an Bedeutung gewinnt.

Pitch von Jacqueline Kleen (Stadt Wolfsburg), zum Open City Manager

Ausstellung „Smart City? Smart Wolfsburg!“

Weil bei der Abschlussveranstaltung nicht alle Projekte im gleichen Umfang vorgestellt werden konnten, wurde das Programm durch eine öffentliche Ausstellung ergänzt. Unter dem Titel „Smart City? Smart Wolfsburg!“ wurden die Projekte in der Bürgerhalle für alle Interessierten noch einmal im Detail präsentiert. Die Ausstellung lief von Montag, 23.03.2026, bis Freitag, 27.03.2026. Besonders gefreut hat uns, dass direkt am Montag um 10:00 Uhr ein Vortrag zum Open City Manager auf dem Programm stand: „Wo Daten wachsen, wird Stadtverwaltung einfacher“.

Smart City endet – die Arbeit geht weiter

Die Abschlussveranstaltung hat deutlich gemacht, dass Smart City in Wolfsburg kein einmaliges Förderthema war, sondern langfristig weitergedacht wird. Die aufgebauten Strukturen, die entwickelten Anwendungen und die organisatorische Verankerung im neuen Geschäftsbereich zeigen, dass die Projekte über den Förderzeitraum hinaus Bestand haben sollen.

Für uns war der Besuch in Wolfsburg daher vor allem eines: eine Bestätigung, dass digitale, offene und praxistaugliche Lösungen in Kommunen gebraucht werden. Wir freuen uns, mit dem Open City Manager einen Beitrag dazu geleistet zu haben.